
Kurzbeschreibung & Facts
Die Geowissenschaften beschäftigen sich mit dem System Erde. Auf der Oberfläche und im Inneren der Erde ablaufende Prozesse können sich in tiefer geologischer Vergangenheit ereignet haben, aber bis heute als Gesteinsformation, Fossil oder nutzbare Lagerstätte erhalten sein. Aktuelle Geoprozesse betreffen uns in vielfältiger Weise: Sie erhalten Lebensräume durch Neubildung von Nährstoffen, Böden und Grundwasser, können aber auch als Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Unwetter große Schäden anrichten. Die Erde bietet schier unerschöpfliche Energiequellen (Wind, Strahlung, Erdwärme), viele mineralische und fossile Rohstoffe werden dagegen schon in näherer Zukunft erschöpft sein. In der Klimaforschung schafft die Kenntnis der Vergangenheit das Detailverständnis für alle Elemente des Klimasystems, um Folgen des aktuellen Klimawandels vorherzusagen.
Der Studiengang Bachelor of Sciences Geowissenschaften gehört zur grundständigen Ausbildung in den Naturwissenschaften an der Universität Bremen. Im Jahr 2000 eingerichtet und zuletzt im Jahr 2020 reakkreditiert, ist dieses Studienprogramm ein fester Bestandteil der Lehre am Fachbereich Geowissenschaften. Aufbauend auf einer fundierten natur- und geowissenschaftlichen Grundausbildung in den ersten zwei Semestern und einer Vertiefung in der Hauptfachrichtung im 3. Semester bietet der Studiengang ab dem 4. Semester eine Auswahl von 10 verschiedenen Schwerpunktrichtungen an, aus denen Studierende ihr fachliches Profil aus diversen geowissenschaftlichen Disziplinen (Exploration Geophysics, Geochemistry, Geodynamics, Geoinformatics, Hydro- und Ingenieurgeologie, Kristalline Materialien, Paleontology, Paleoceanography, Petrologie und Lagerstättenkunde sowie Sedimentology) zusammenstellen können und die durch schwerpunkt-immanente Projekt- oder Geländeübungen ergänzt werden.
Flankierend erweitern Studierende in drei fachergänzenden Modulen (General Studies) ihre praktischen und beruflichen Kompetenzen. Das Studium endet mit der Anfertigung einer Bachelorarbeit, und deren Verteidigung am Ende des 6. Semesters. Die meisten Schwerpunktfächer werden in Englisch unterrichtet.
Ein mindestens vierwöchiges fachbezogenes Berufspraktikum ist obligatorischer Teil des Studiums, um frühzeitig einen Einblick in die außeruniversitäre Arbeitswelt von Geowissenschaftler/innen zu gewinnen. Es sollte idealerweise in der vorlesungsfreien Zeit absolviert werden. Eine Aufteilung der Praktikumszeit in kleinere Einheiten sowie die Anrechnung eines weiteren oder längeren Praktikums im General Studies Bereich ist möglich.
Ein Auslandssemester oder -jahr ins Studium zu integrieren, ist möglich. In der Regel wird der Aufenthalt in das dritte Studienjahr gelegt. Studienleistungen aus dem Ausland werden bei vorheriger Absprache anerkannt. Selbstorganisierte Aufenthalte können weltweit absolviert werden, Austauschkooperationen bestehen mit vier Universitäten außerhalb der EU. Im Rahmen des Erasmus-Programms bestehen derzeit 12 Partnerschaften.
Das Lehrangebot umfasst Vorlesungen, Übungen, Praktika, Projektübungen, Geländeübungen, Exkursionen und Seminare. Vorlesungen vermitteln die Grundlagen eines Fachgebietes. Methoden werden in Übungen und Praktika erlernt. Zu Seminaren tragen Studierende mit eigenen Vorträgen bei, in Projektübungen lösen sie gemeinsam konkrete Aufgaben unter Anleitung. Wesentlicher Bestandteil eines geowissenschaftlichen Studiums ist die Geländeausbildung, die alle Bereiche der Geologie, Geophysik, Mineralogie und Paläontologie umfasst. Es muss mit einer Eigenbeteiligung an den Exkursionskosten in Höhe von etwa 600 € pro Jahr gerechnet werden.
Prüfungen erfolgen studienbegleitend und können in den folgenden Formen erfolgen: Klausur, mündliche Prüfung, schriftlich ausgearbeitetes Referat mit Vortrag, Bearbeitung von Übungsaufgaben (Portfolio), Hausarbeit, Projektarbeit und -bericht, Praktikumsbericht, Exkursionsbericht, Kartierbericht. Das Studium wird mit einer neunwöchigen Bachelorarbeit und einem mündlichen Kolloquium von etwa 30 - 40 Minuten abgeschlossen.
Das interdisziplinäre Studium bereitet auf eine moderne und breit gefächerte Berufspraxis vor. Geowissenschaftler/innen führen Untersuchungen für den Bau von Straßen, Staudämmen, Deponien, Windkraft-, Solar- und Geothermikanlagen durch. Sie suchen und fördern Grundwasser, Erdöl, Gas, Erz und Baustoffe, erfassen, analysieren und sanieren Verschmutzungen des Bodens, des Wassers und der Luft, nehmen vielfältige Planungs- und Verwaltungsaufgaben wahr und sind in der Produktentwicklung, der Öffentlichkeitsarbeit und den Medien tätig. Besonders in den Bereichen Energie, Wasser und Boden werden Fachkräfte mit geowissenschaftlicher Ausbildung zunehmend gefragt. Arbeitgeber sind Rohstoff-, Energie-, Bau- und Transportunternehmen, Planungsbüros und Umweltlabore, Behörden, Medien, Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Die 19 Fachgebiete am Fachbereich Geowissenschaften repräsentieren die gesamte Breite der modernen Geowissenschaften, die sich aus den klassischen Feldern der Geologie, Geophysik, Mineralogie und Paläontologie zusammensetzen. Ein großer Labor- und Gerätepark garantiert aktuelle geowissentschaftliche Forschung. Die Einbindung in internationale Projekte und Kooperationen mit renommierten Forchungseinrichtungen der Region (z.B. Zentrum für marine Umweltforschung MARUM, Alfred Wegener Institut - Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung AWI, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie MPI, Leibnitz-Zentrum für Marine Tropenökologie ZMT, Fraunhofer-Institut für Windenergieanlangen IWES, Senkenberg am Meer - Abteilung Meersforschung, Center for Materials and Processes MAPEX) eröffnet Wissenschaftler*innen und Studierenden vielfältige Möglichkeiten.
- Abschluss
- Bachelor of Science
- Regelstudienzeit
- 6 Semester
- ECTS
- 180
- Gesamtkosten
- ab 350 €
- Studienform
- Vollzeit
- Plätze
- 35
- Sprachen
- Deutsch, Englisch
- Standort
- Bremen
- Studienbeginn
- Wintersemester, Sommersemester
- Voraussetzungen
- Allgemeine Hochschulreife, Berufliche Qualifikation
Letzte Bewertungen
Der Studiengang ist nicht für jeden etwas würde ich sagen, wenn man sich allerdings richtig für Geografie, etc. interessiert, ist man hier sehr gut aufgehoben :)
Wenn man Spaß an praktischen Erfahrungen, also im B.Sc. Geowissenschaften an insgesamt 6 Wochen Exkursion im Gelände und mehreren Laborpraktika hat, dann ist Bremen eine gute Wahl.
Das Marine Forschungscluster von Bremen und Bremerhaven (MARUM, AWI, Fraunhofer, MPI, Senckenberg, …) sorgt für den Einbezug spannender, aktueller Themen und die Lehre von einigen passionierten Dozenten dieser Institute, bzw. den Einblick auf ihre eigenen Forschungsthemen.
Außerdem kann man die Möglichkeit bekommen auf einem Forschungsschiff mitzufahren.
Vorteil und Nachteil zugleich ist die Schwerpunktwahl im 4. Semester, bei der man sich auf drei Module spezialisieren kann. Das ist einerseits hilfreich für die Auswahl eines Master und zum Aussortieren ungeliebter Fächer. Die Wahl der Schwerpunkte kann allerdings bei Zweifeln nicht mehr im Rahmen der Regelstudienzeit geändert werden.
Insgesamt ist ein empfehlenswerter Standort mit guten Möglichkeiten. Was oft leider nicht erwähnt wird, sind hohe Kosten für die Exkursionen. Für 2-wöchige Exkursionen zB in die Alpen/ Südengland/ Schottland fallen mindestens 700€ an.
Empfehlungen
Standort der Universität Bremen
Bibliothekstraße 1, Bremen, Deutschland
ISCED Bereiche
Studiengänge
Allgemeines zum Geowissenschaften Studium
Das Geowissenschaften Studium befasst sich mit der Erforschung der Erde, ihrer Zusammensetzung und den Einflüssen, die auf sie einwirken. Ein Studium der Geowissenschaften kann an Universitäten, Fachhochschulen und anderen Einrichtungen auf Bachelor-, Master- und Doktorandenebene absolviert werden.


