Chemie studieren an der JKU: Was macht dieses Studium aus?
Jan Großhaupt
Jan Großhaupt

Hi! Ich bin der Jan und ich studiere an der JKU Chemistry and Chemical Technology. Chemie fasziniert mich und ich bin von dem Gedanken angetrieben, möglichst alle Zusammenhänge zu verstehen. Ich teile immer gerne meine Meinung zum Studium, um anderen die Möglichkeit zu bieten, sich ausreichend informieren zu können!

Veröffentlicht am

15.10.2025

Chemie studieren an der JKU: Was macht dieses Studium aus?

Chemie studieren an der JKU: Was macht dieses Studium aus?

Du überlegst, Chemie an der Johannes Kepler Universität in Linz zu studieren? Du bist dir aber nicht sicher, ob ein englischer Studiengang das Richtige für dich ist oder ob der Campus zu dir passt? Ich werde versuchen, ein paar deiner Fragen zu beantworten!

Der JKU Campus

Erstmal vorweg – für mich war ein Studium an der JKU keine schwierige Entscheidung: Ich habe den Campus gesehen und mir gedacht, da will ich studieren. Dass es dann auch noch das passende Studium für mich gegeben hat, ist fast schon Zufall. Das bringt mich gleich zum Thema Campus.

Meiner Meinung nach ist der Campus der JKU einfach die perfekte Studienumgebung. Ja, die Uni liegt etwa 25 Minuten vom Hauptbahnhof und somit mehr als 15 Minuten vom Zentrum entfernt. Wenn du also nicht gerne weit zur Uni pendeln möchtest, solltest du dir entweder eine Wohnung in der Umgebung oder eine andere Uni suchen.

Aber genau das ist es, was den Campus ausmacht, die Natur und die Ruhe. Der Uni-Teich mit den Enten lädt im Sommer zum Entspannen ein, Lernmöglichkeiten draußen werden auch laufend aufgestockt.

Generell wirken große Teile des Campus sehr modern (die JKU ist ja eine der jüngsten Universitäten in Österreich) und – ein enormer Vorteil für meinen Geschmack – alles ist an einem Ort gebündelt (abgesehen vom Med Campus). Selbst wenn du also von einem Ende des Campus zum anderen musst, gehst du nicht länger als 5 Minuten. Zusätzlich gibt es ein großes Angebot an Lernzonen, spätestens ab dem zweiten Semester weißt du, wo du immer einen Platz findest.

Dein Chemiestudium an der JKU

Nun zum eigentlichen Teil über das Chemiestudium. An der Johannes Kepler Universität gibt es zwei verschiedene Bachelorstudiengänge im Bereich Chemie: Biological Chemistry und Chemistry and Chemical Technology, wobei ich Letzteres, kurz gesagt Technische Chemie, gewählt habe.

Ich erwähne beide Studiengänge kurz hier, weil vor allem in den ersten zwei Semestern die Inhalte nahezu deckungsgleich sind. Heißt, du kannst hier problemlos noch wechseln, solltest du das Gefühl haben, das andere Studium passt besser zu dir. Beide Studiengänge sind auf Englisch, aber dazu später noch mehr.

Darum in Linz studieren

Warum also solltest du Chemie an der JKU studieren und nicht in anderen Städten? Oft hörst du vielleicht, dass in Wien die Laborplätze sehr beschränkt sind und dass du dort schwierig in Regelstudienzeit fertig wirst. Auch wenn die Lage an der Uni in Linz meines Erachtens noch besser ist, gibt es manche Laborkurse, die für „Staus“ sorgen. Dennoch ist es möglich, den Bachelor in Regelstudienzeit abzuschließen. Einige Laborkurse werden ohnehin in beiden Semestern angeboten, was der Situation entgegenwirkt.

Außerdem sind an der JKU noch deutlich weniger Studierende als in Wien. Dementsprechend sind die Zahlen in den Kursen Großteils überschaubar. Dadurch kennen dich halt nach einer Zeit die Professor*innen und die Betreuer*innen. Auch in den Vorlesungen sorgen die kleineren Gruppen oft für, meiner Meinung nach, angenehmen und sehr persönlichen Unterricht. Die Professor*innen und Tutor*innen sind allesamt nett und entgegenkommend. Manche Professor*innen hat man lieber als andere, aber das ist selbstverständlich.

In meinem ganzen Bachelor, also 3 Jahren Studium bisher, haben meine Studienkolleg*innen nur in einer Vorlesung einen Hauch von Diskriminierung gewittert (in Gender Studies, wo du als Mann nach unserer Wahrnehmung „prinzipiell kein Sehr gut“ bekommst), aber auch darüber kann man hinwegblicken.

Ansonsten sind fast alle Lehrenden bemüht und wirken auch fast immer fachlich kompetent, wobei sich natürlich von der Art der Vermittlung deutliche Unterschiede zeigen: Manche Professor*innen erklären lebendig, die Vorlesungen sind gut besucht, andere erklären langweiliger und man kann das Ende der Vorlesung kaum erwarten.

Die Anwesenheitspflicht

Du fragst dich, wie viel Anwesenheit am Campus erfordert ist? Prinzipiell muss ich dafür zwischen VL (Vorlesung), UE (Übung) und KV (kombinierte Veranstaltung) unterscheiden. Grundlegend ist nur in einer UE Anwesenheitspflicht, dies sind all jene Fächer, wo du in der Vorlesung die Theorie lernst und eben in der Übung Beispiele bearbeitest. Auch bei einer KV kann es Anwesenheitspflicht geben, aber im Endeffekt heißt die Bezeichnung nur, dass du sowohl Theorie lernst als auch selbstständig Aufgaben erledigen musst. Für Vorlesungen gibt es keine Anwesenheitspflicht.

Also: Wenn es dir nur darum geht, wie viel Pflichtveranstaltungen du an der JKU hast, dann betrifft das grob gesagt zwei bis drei Lehrveranstaltungen pro Semester. Wenn du jedoch gerne Vorlesungen besuchst, was ich dir wärmstens ans Herz legen kann, dann wirst du sicher jeden Wochentag an der Uni sein, vor allem in den ersten zwei Semestern.

Halte dich an den Studienplan

Überleitend kann ich auch noch empfehlen, das Studium der technischen Chemie in Linz dem Studienplan entsprechend zu absolvieren. Oftmals sind gewisse Labore Voraussetzungen für andere Labore, wenn du also beispielsweise im zweiten Semester ein Labor nicht machst, kannst du im vierten Semester ein anderes Labor nicht machen, was wieder für ein weiteres Praktikum benötigt wird. Halte dich also einfach an den Studienplan, dann geht nichts schief. Außerdem kannst du zum Teil Vorlesungen von höheren Semestern bereits früher absolvieren, das geht einfach und erspart dir oftmals Zeit.

Labors und Praktika

Labor? Praktikum? Du fragst dich, wovon ich spreche? Wie du vielleicht schon den offiziellen Studienplänen entnommen hast, wirst du auf einige Labore treffen. Das ist jedoch nichts, wovor du dich fürchten müsstest! Vor allem in den ersten Semestern hast du zwei Einführungslabore, die dir das chemische Arbeiten im Labor vermitteln werden. Selbst wenn du also noch nie im Labor gestanden bist, wirst du es auf jeden Fall lernen.

Für die Praktika musst du meistens ganze Nachmittage einplanen, bei fortgeschrittenen Laborkursen auch teilweise ganze Tage. Dafür bietet das Studium eine sehr gute Abwechslung zwischen Praxis und Theorie, im Labor kannst du das Gelernte aus den Vorlesungen direkt anwenden. Du hast auch immer eine Laboranweisung, also quasi ein Kochrezept, sodass du nicht Angst haben musst, alles alleine machen zu müssen. Und glaub mir, mit Freunden im Labor zu stehen, kann sehr spaßig werden, denn oft kannst du auch mit den Laborbetreuer*innen scherzen. Wichtig für Praktika – du musst gewisse Schutzkleidung tragen, welche du jedoch vor Ort oder online leicht erwerben kannst.

International dabei

Ein letzter großer Pluspunkt des Chemiestudiums an der JKU ist die Internationalität. Das Studium ist auf Englisch und, soweit ich weiß, ist es das einzige englischsprachige Bachelorstudium im Bereich Chemie in ganz Österreich. Folglich findest du Studierende aus den verschiedensten Ländern. Studienkolleg*innen von mir waren beispielsweise aus Brasilien, aus den USA, aus Peru, aus Tschechien, aus der Ukraine, aus Australien, aus Indien und aus zahlreichen anderen Ländern. Für internationale Kontakte sind Chemistry and Chemical Technology oder Biological Chemistry also hervorragend geeignet.

Aber wie gut muss dein Englisch jetzt sein? Erstens, wenn du dir ansiehst, dass es ein internationales Studium ist, muss dir bewusst werden, dass auch zahlreiche andere Kolleg*innen mit einem durchschnittlichen oder niedrigen Sprachniveau ankommen werden. Zweitens wirst du alle wichtigen Fachbegriffe schnell lernen, da diese ohnehin in den meisten Sprachen gleich sind. Also bezüglich der Sprachkenntnisse gibt es keinen Grund, sich zu fürchten!

Mein Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Ruhe des Campus der Johannes Kepler Universität sehr genieße, auch der kompakte Campus erleichtert das Studienleben. Die Distanz von der Stadt stört mich nicht, da du in der Straßenbahn nach einem langen Tag auch mal abschalten kannst. Die Lehrenden sind kompetent und Diskriminierung findet eigentlich keinen Platz an der Linzer Uni. Durch die Laborkurse kannst du Theorie und Praxis verbinden und auch Kontakte knüpfen, die womöglich das ganze Studium oder länger halten! Außerdem erfährst du die chemische Arbeitsweise hautnah. Manche Labore können aber vereinzelt zu Verzögerungen führen, wobei Regelstudienzeit dennoch möglich und von mehreren Faktoren abhängig ist. Ich kann dir also das Studium Chemistry and Chemical Technology an der JKU Linz in allen Facetten empfehlen.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Einblick ein paar deiner Fragen beantworten. Wenn du dir dennoch nicht sicher bist, schau doch auf jeden Fall bei den zahlreichen Infoveranstaltungen vorbei, egal an welcher Uni. Das eigene Bild und der eigene Eindruck können durch keinen Artikel ersetzt werden! Vielleicht geht es dir ja wie mir und du kommst an die JKU und merkst sogleich: Da willst du studieren.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft, und vielleicht sehen wir uns ja mal im Chemiestudium an der Johannes Kepler Universität!

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