Innovation ist nicht nur Code: Wie die Gesellschaft der Zukunft an der Uni Salzburg geformt wird

Innovation ist nicht nur Code: Wie die Gesellschaft der Zukunft an der Uni Salzburg geformt wird

Für viele von uns ist das wichtigste Kriterium bei der Wahl der Universität die Vorstellung von einer erfolgreichen Zukunft und die Möglichkeiten, die sich nach dem Abschluss eröffnen. Wir suchen nach einem Studiengang, der nicht nur heute, sondern auch morgen noch aktuell ist. Für mich als kreativen und zugleich technisch versierten Menschen war es wichtig, nicht nur Code zu schreiben und Analytik zu studieren, sondern auch umfassendere Fragen im Zusammenhang mit Marketing, Wirtschaft und Design zu ergründen. Schließlich wissen wir alle anfangs nicht genau, wofür unser Herz schlägt. Irgendwann wurde mir klar: Um die Technologien der Zukunft zu entwickeln, reicht es nicht aus, einfach nur programmieren zu können. Man muss die Gesellschaft verstehen, für die man diese Technologien entwickelt. Genau das lernen wir in Salzburg im Studiengang „Digitalisierung-Innovation-Gesellschaft“.

Erwartung und Realität: Wie ich nach neuen Möglichkeiten suchte und stattdessen einen wahren Schatz fand

Als ich mich für mein Traumstudium – mein zweites Bachelorstudium – bewarb und damals noch in Belarus lebte, ahnte ich nicht, welche Möglichkeiten mich hier erwarten würden, besonders als internationale Studentin.

Zuvor hatte mich das Bildungssystem eher durch fehlende Wahlmöglichkeiten abgeschreckt: Man lernt das, was einem vorgesetzt wird. An der Uni Salzburg läuft das ganz anders. Ich liebe es, nicht nur mein Studium, sondern mein ganzes Leben selbst zu gestalten, anstatt einfach einem vorgegebenen Pfad zu folgen. Die Universität bietet völlige Freiheit bei der Stundenplangestaltung: Man kann Pflichtfächer mit Disziplinen kombinieren, die gar nichts mit dem eigenen Studiengang zu tun haben. Das System ist so durchdacht, dass meine Hauptaufgabe darin besteht, Kursbeschreibungen zu lesen, mir Ziele zu setzen und mein Semester zu planen. Mein Tag sieht genauso aus, wie ich ihn mir selbst entworfen habe, und das motiviert unglaublich.

Natürlich ist im ersten Semester nicht alles einfach. Das österreichische System erfordert enorme Selbstständigkeit. Niemand erinnert dich an Deadlines oder zwingt dich, dich auf Vorlesungen vorzubereiten. Anfangs macht diese Freiheit ein wenig Angst – besonders wenn man sich durch die Bürokratie kämpft, sich für alle nötigen Kurse anmelden und wichtige Einstiegsprüfungen nicht verpassen darf. Es gibt Tage, an denen es scheint, als würde man gar nichts schaffen, aber genauso lehrt uns die Uni den wichtigsten Soft Skill: Zeitmanagement.

Das Wichtigste ist, schon vor dem ersten Unitag Kontakte zu knüpfen. Mein Tipp: Suche in Social-Media-Gruppen nach Leuten und hab keine Angst, neue Leute anzuschreiben, um Hilfe zu bitten oder sie kennenzulernen, wenn du das Logo der Uni Salzburg auf deinem Profil siehst. So lebst du dich viel schneller in das System ein, ohne Angst haben zu müssen, etwas zu verpassen.

ProfessorInnen und die Unterstützung der Uni

Der zweite wichtige Punkt, der mich beeindruckt hat, ist der Umgang der Lehrenden mit uns. Hier gibt es keine starre akademische Hierarchie oder die Angst, eine „dumme“ Frage zu stellen. Die ProfessorInnen sind wirklich offen für den Dialog und sehen uns als KollegInnen. Wenn es Überschneidungen im Stundenplan, bürokratische Hürden bei der Kursanmeldung oder Probleme mit Deadlines gibt, kann man ihnen jederzeit direkt schreiben. Und das Erstaunlichste: Sie kommen einem entgegen. Sie verstehen, dass wir lernen müssen, zwischen komplexen Projekten, neuen Sprachen und der allgemeinen Eingewöhnung zu balancieren, und sind daher aufrichtig bereit, eine Lösung zu finden, anstatt einfach formell abzusagen.

Das habe ich selbst erlebt, als mir Punkte für die Anmeldung zu einem Kurs fehlten, den ich unbedingt belegen wollte. Ich beschloss, einfach auf die ProfessorInnen zuzugehen und die Situation zu erklären. Und ich wurde angemeldet! Hier wird die Motivation der Studierenden und ihr Wunsch, Neues zu lernen, wirklich geschätzt. Das Wichtigste und Entscheidende im österreichischen System ist die Kommunikation. Wenn du dich traust zu sprechen und Eigeninitiative zeigst, wird dir immer geholfen.

Was es wirklich heißt, die „Gesellschaft der Zukunft“ zu studieren

Die freie Fächerwahl ist natürlich toll, aber das Spannendste beginnt in den praxisnahen Lehrveranstaltungen. In unserem interdisziplinären Studium gibt es keine trockene, weltfremde Theorie. Echte Innovationen entstehen dann, wenn wir anfangen, in Gruppenprojekten zu arbeiten.

Beschränkte sich der Beruf eines IT-Spezialisten oder Programmierers früher hauptsächlich auf Mathematik, Informatik und das Verständnis von Computerprozessoren, reicht das heute nicht mehr aus. Um gefragt zu sein, muss man über den Tellerrand blicken. Die Projekte an der Paris-Lodron-Universität Salzburg (PLUS), die schon im zweiten Semester beginnen und bis zum Ende des Studiums andauern, beweisen das perfekt. In diesen lernen wir, die Psychologie der Menschen zu analysieren, um innovative Zukunftsmodelle zu entwickeln, mit Statistiken zu arbeiten, effektiv im Team zu kommunizieren und vor allem echte Probleme in der modernen Welt zu identifizieren.

Alles beginnt buchstäblich mit einer einzigen Idee, die die Zukunft beeinflussen kann. Es ist wie die Gründung eigener kleiner Start-ups: Du wählst ein Thema, das dich wirklich interessiert, für das du brennst und an dem du lernen möchtest. In solchen Projekten eignen wir uns oft viele Dinge komplett von Grund auf neu an. Als echten Case aus meinem Studium kann ich folgendes Beispiel nennen: Wir haben die Idee der Analyse des menschlichen Denkens genommen, untersucht, wie dies mit der Psychologie zusammenhängt, und darauf basierend einen echten Prototyp für eine App entwickelt. Natürlich kommt die Teamarbeit bei solch ehrgeizigen Aufgaben selten ohne fachliche Diskussionen aus. Aber genau darin liegt der enorme Wert des Studiums: Die Lehrenden bringen uns nicht nur Theorie bei, sondern auch, wie man diese Diskussionen kompetent moderiert, Brainstormings durchführt und klare Pläne sowohl vor Projektstart als auch in jeder Umsetzungsphase schreibt.

Sprachen und Multitasking: Ein echter Härtetest

Natürlich besteht der Studienalltag nicht nur aus Geistesblitzen und erfolgreichen Start-ups. Für internationale Studierende bedeutet er auch ein ständiges Jonglieren mit Sprachen. An einem Tag musst du Dokumentationen und Materialien auf Englisch lesen, gleichzeitig dein Deutsch für das Leben und die Kommunikation an der Uni verbessern und dich zudem in die Syntax von Programmiersprachen einarbeiten. Anfangs raucht einem bei dieser Informationsflut und den ganzen Deadlines einfach der Kopf. Aber genau durch diese Herausforderungen merkt man, wie schnell man wächst. Mir haben Zeit und Beharrlichkeit geholfen. Wenn man Materialien bewusst liest, mit Leuten kommuniziert und das auf Deutsch tut, lernt man mit der Zeit die Feinheiten der Sprache und verinnerlicht sie. In meinem Fall hat das ein Semester gedauert, also hab keine Angst!

Anstelle eines Fazits: Warum es sich lohnt, ins Ungewisse zu springen

Zusammenfassend kann ich mit Sicherheit sagen, dass Salzburg und das Studium „Digitalisierung-Innovation-Gesellschaft“ für mich weit mehr geworden sind als nur ein weiterer Bildungsabschnitt. Hier lerne ich nicht nur, Code zu schreiben, Prototypen zu entwickeln oder Daten zu analysieren. Hier lerne ich, die Welt und die Menschen um mich herum zu verstehen. Es ist ein Ort, an dem sich Technologien mit menschlichen Beziehungen verflechten und an dem man sich ständig weiterentwickelt und lernt, die Zukunft zu gestalten – angefangen bei der Umsetzung eigener Ideen.

Wenn du dich gerade in der Entscheidungsphase befindest, zweifelst, ob du für ein Studium nach Österreich ziehen sollst, oder Angst vor komplexen interdisziplinären Studiengängen hast, ist mein wichtigster Rat: Hab keine Angst, es zu versuchen. Ja, manchmal ist es nicht leicht, die Komfortzone zu verlassen, die Kommunikation von Null an aufzubauen, die Balance zu finden und in Teamprojekten Verantwortung zu übernehmen. Aber genau an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen, Sprachen und Kulturen entstehen die unglaublichsten Möglichkeiten. Trau dich, der Gestalter deines eigenen Weges zu sein. Erlaube dir, in dieses Meer an Möglichkeiten einzutauchen, und du wirst überrascht sein, welche Horizonte sich dir eröffnen!

Titelbild: https://www.freepik.com/free-photo/businessman-using-digital-tablet_16014122.htm#fromView=search&page=1&position=2&uuid=ab900fec-100c-44fe-a9b8-ba4a3d1f161d&query=digitalization?log-in=google

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