Studieren zwischen Qualität und Kostendruck: Österreichs Hochschulen überzeugen – der Spielraum im Alltag schrumpft

Knapp 14.000 verifizierte Bewertungen zeigen: Studierende vertrauen ihren Hochschulen, aber Wohnen, Geld und Organisation bleiben zentrale Belastungspunkte

Wien, 21.05.2026 – Österreichs Studierende bewerten ihre Hochschulen gut – obwohl der finanzielle Druck im Studienalltag spürbar wächst. Eine aktuelle Langzeit-Auswertung von studiumfinden.com auf Basis von 13.967 verifizierten Bewertungen österreichischer Hochschulen zeigt: Die Studienqualität wird positiv wahrgenommen. Gleichzeitig wird sichtbar, wo Studierende im Alltag an Grenzen stoßen.

Im Durchschnitt bewerten Studierende ihre Hochschule mit 3,98 von 5 Sternen. Die Weiterempfehlungsrate liegt bei 90,3 Prozent.

Besonders stark schneiden die Kategorien Studieninhalte, Bibliothek, Gesamteindruck und Dozent:innen ab.

Verbesserungspotenzial sehen Studierende vor allem bei der Organisation des Studienalltags sowie bei digitalen Lehr- und Lernangeboten.

Krisen, Krisen, Krisen: Die Zufriedenheit mit den Hochschulen steigt dennoch

Die Bewertungen österreichischer Hochschulen auf studiumfinden.com haben sich seit der Pandemie sichtbar erholt. Im Jahr 2020 lag der Durchschnitt bei 3,85 von 5 Sternen, 2021 bei 3,97 und 2022 bei 3,93. Danach stabilisierte sich die Zufriedenheit auf höherem Niveau: 2023 lag sie bei 4,01, 2024 bei 4,06 und 2025 bei 4,02. Für 2026 liegt der bisherige Wert bei 3,99, wobei das laufende Jahr noch nicht abgeschlossen ist.

Damit markiert 2024 den bisherigen Höchstwert der Erholung. 2025 und 2026 liegen bisher leicht darunter, aber weiterhin klar über dem Niveau von 2020.

Besonders stark verbessert haben sich Fächer, die während der Pandemie stark von Distanzlehre, eingeschränktem Campusleben und organisatorischen Umstellungen betroffen waren – etwa Sprachen, Kultur- und Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften sowie Umwelt- und Agrarwissenschaften.

Nach Studienfeldern schneiden Design, Kunst & Musik sowie Informatik & Mathematik besonders gut ab. Unter dem Durchschnitt liegen vor allem Pädagogik, Verwaltung & Soziales, Gesundheit, Medizin & Sport sowie Technik & Ingenieurwissenschaften. Das zeigt: Gerade in praxisnahen, regulierten oder organisatorisch komplexen Studienfeldern werden Themen wie Struktur, Betreuung und Planbarkeit offenbar besonders kritisch wahrgenommen.

Nach Hochschultyp liegen Fachhochschulen mit 4,06 von 5 Sternen vor öffentlichen Universitäten mit 3,96. Pädagogische Hochschulen erreichen 3,70. Regional zeigen sich in den Bewertungen moderate Unterschiede; kleinere und stärker strukturierte Studienumfelder profitieren in der Wahrnehmung häufig von Nähe, Betreuung und Planbarkeit.

Besonders sichtbar in den Bewertungen: Wirtschaft, Recht, Lehramt, Informatik und Gesundheit

In Österreich gibt es besonders viele verifizierte Bewertungen zu Studiengängen wie Rechtswissenschaften, Lehramt, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Informatik, Psychologie, Biologie, Wirtschaftsrecht, Humanmedizin, Pharmazie sowie Gesundheits- und Krankenpflege. Diese Fächer sind damit in der Auswertung besonders sichtbar – also jene Studiengänge, zu denen Studierende besonders häufig Feedback abgegeben haben.

Auffällig ist die Mischung: Neben klassischen großen Studienrichtungen wie Recht, Wirtschaft oder Psychologie sind auch stark berufsbezogene Studiengänge aus Gesundheit und Sozialem prominent vertreten. Das zeigt, in welchen Bereichen besonders viele studentische Erfahrungen vorliegen – und wo Fragen nach Qualität, Organisation, Betreuung und Planbarkeit besonders greifbar werden.

Bei den stärker vertretenen und zugleich besonders gut bewerteten Studiengängen stechen unter anderem Artificial Intelligence, Radiologietechnologie, Business and Economics, Biomedizinische Analytik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftsrecht, Soziologie, Soziale Arbeit, Humanmedizin und Informatik hervor. Die Daten zeigen damit nicht nur, welche Fächer häufig bewertet werden, sondern auch, wo Studierende ihre Studienerfahrung besonders positiv einschätzen – etwa durch klare fachliche Ausrichtung, gute Struktur oder erkennbare berufliche Perspektiven.

Gute Bewertungen treffen auf harte soziale Realität

Die aktuelle Studierenden-Sozialerhebung 2025 (Quelle: https://www.sozialerhebung.at/index.php/de/) zeigt, wie groß der Druck außerhalb des Hörsaals ist. Im Sommersemester 2025 waren in Österreich rund 312.800 Studierende eingeschrieben; mehr als 36.000 Studierende nahmen an der repräsentativ gewichteten Befragung teil. Laut Sozialerhebung geben 25 Prozent der Studierenden an, von finanziellen Schwierigkeiten betroffen zu sein.

Besonders sichtbar wird der Druck beim Wohnen: Studierende, die nicht bei Eltern oder Verwandten wohnen und Wohnkosten tragen, zahlen im Schnitt 586 Euro pro Monat. Besonders hoch sind die Wohnkosten an kleineren Hochschulstandorten mit 630 Euro, in Klagenfurt mit 604 Euro und in Wien mit 596 Euro. Noch deutlicher wird die Belastung beim Budgetanteil: In Innsbruck und Salzburg fließen im Schnitt 41 bzw. 40 Prozent des Gesamtbudgets ins Wohnen.

Finanzielle Probleme wirken sich nicht nur auf den Konsum aus, sondern direkt auf Studium und Gesundheit: Rund drei Viertel der Studierenden mit finanziellen Schwierigkeiten geben an, dass ihre mentale Gesundheit darunter leidet; 53 Prozent sagen, dass sich ihre Studiendauer dadurch verlängert, was wiederum höhere Kosten verursacht.

Der Befund ist klar: Die Hochschulen werden gut bewertet, aber Studieren wird für viele zur finanziellen Kraftprobe. Gute Studienbedingungen bedeuten je nach Standort etwas anderes; die soziale Lage der Studierenden entscheidet sich nicht nur an der Hochschule, sondern auch am Wohnungsmarkt.

Studentisches Konsumverhalten passt sich an: Rabatte werden fixer Teil der Budgetplanung

Die angespannte finanzielle Lage der Studierenden lässt sich auf einer weiteren Ebene belegen. Die Betreiber von studiumfinden.com verzeichnen auf ihrer Plattform für Studentenrabatte, iamstudent, eine signifikante Veränderung: Studierende sparen heute systematischer. Rabatte werden nicht mehr nur gelegentlich wahrgenommen oder für punktuelle Großanschaffungen genutzt – sie sind zu einem permanenten Begleiter im Alltag geworden. Die Suche nach Vergünstigungen findet heute ganz selbstverständlich und bei fast jedem Einkauf statt: von Lebensmitteln und Drogeriewaren bis hin zu Mobilfunk und Technik.

Lukas Simbrunner, Head of Marketing bei iamstudent/studiumfinden.com, sagt:

„Früher konnten wir unsere Nutzerschaft oft in klare Kategorien wie ‚die Tech-Fans‘ oder ‚die Fashion-Liebhaber:innen‘ unterteilen – heute verschwimmen diese Grenzen zusehends. Angesichts von Krisen und Teuerungen sind Rabatte für Studierende zu einem festen Anker im Alltag geworden. Es wird heute ganz instinktiv in allen Bereichen nach einem Rabattcode gesucht, vom Lebensmittel- oder Drogerieeinkauf bis zum Kauf neuer Kleidung. Doch dieses breite Sparbewusstsein bedeutet keinesfalls einen Verzicht auf Qualität. Wir sehen, dass die Verteilung zwischen hochpreisigen Premium-Artikeln und günstigen Alternativen absolut stabil bleibt. Studierende nutzen die Ersparnisse in der Breite also vor allem dazu, ihr Budget clever zu managen, ohne bei wichtigen Investitionen – wie etwa dem Smartphone oder Laptop – Kompromisse machen zu müssen.“

Die zentrale Erkenntnis: Studierende verlieren nicht das Vertrauen in ihre Hochschulen – sie verlieren Spielraum im Alltag.

„Unsere Daten zeigen: Studierende unterscheiden sehr klar zwischen guter Lehre und schwierigen Rahmenbedingungen. Die Hochschulen werden fachlich positiv bewertet. Der Druck entsteht dort, wo Studium leistbar, planbar und organisatorisch bewältigbar bleiben muss“, sagt Lukas Simbrunner, Head of Marketing bei studiumfinden.com & iamstudent.

Österreich: Wo Studierende besonders zufrieden sind

Bei den studiumfinden Awards 2026 wurden jene Hochschulen und Studiengänge ausgezeichnet, die in den verifizierten Bewertungen von Studierenden besonders positiv abschneiden – unter anderem bei Studieninhalten, Betreuung, Organisation, Digitalisierung und Gesamtzufriedenheit.

In Österreich zählen dazu unter anderem die Wirtschaftsuniversität Wien, die FH JOANNEUM, die IMC Krems University of Applied Sciences und die FH Oberösterreich. Sie stehen exemplarisch für Studienangebote, die von Studierenden besonders gut bewertet werden. Eine komplette Übersicht aller ausgezeichneten Hochschulen und Studiengänge findet sich auf studiumfinden.com bzw. der dazugehörigen Presseaussendung “studiumfinden Awards 2026: Das sind die beliebtesten Hochschulen und Studiengänge im deutschsprachigen Raum”.

Methodik

Die Auswertung basiert auf 13.967 verifizierten Bewertungen österreichischer Hochschulen auf studiumfinden.com aus dem Zeitraum Juli 2020 bis April 2026. Bewertet wurden unter anderem Studieninhalte, Dozent:innen, Lehrveranstaltungen, Ausstattung, Organisation, Bibliothek, digitales Lernen und Gesamteindruck.

Da die Bewertungsdaten erst ab Juli 2020 einsetzen, wird kein echter Vor-Corona-Zeitraum ausgewiesen. Analysiert wurden die Bewertungen nach Jahren, Studienfeldern, Hochschultypen, Regionen und Studiengängen. Die Daten für 2026 sind vorläufig, da das Jahr noch nicht abgeschlossen ist.

Medienservice

Auf Anfrage stellen studiumfinden.com und iamstudent zusätzliche Auswertungen, Hochschulvergleiche, Studienfeldanalysen und Infografiken zur Verfügung.

Pressekontakt:
Lukas Simbrunner
Head of Marketing & Co-Founder High Five GmbH
lukas.simbrunner@studiumfinden.com

Über die High Five GmbH

Die 2014 gegründete High Five GmbH mit Sitz in Wien ist ein auf die Zielgruppen Studierende und Young Talents spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen. Unter dem Claim „For a student life without limits“ betreibt das Unternehmen verschiedene Plattformen in den Bereichen Studienorientierung, Wohnraumvermittlung und Rabattmarketing. Zum Portfolio gehören unter anderem die Rabattportale iamstudent, schülerrabatte.com, azubirabatte.com sowie studiwohnen.com und studiumfinden.com.
Die High Five GmbH ist ein Tochterunternehmen der FUNKE-Mediengruppe (FUNKE Works GmbH). Durch die Einbindung in diesen Unternehmensverbund bestehen operative Synergien mit Plattformen wie Azubiyo, Lehrstellenportal und Absolventa. Das Tätigkeitsfeld der High Five GmbH erstreckt sich auf die gesamte DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz).

Downloads

24/7 StudienberatungWie kann ich helfen?
ori-avatar
ori-avatar
Du chattest mit ORI (Orientation & Research Intelligence), einer künstlichen Intelligenz.