Studieren am Limit: Deutschlands Hochschulen überzeugen – der Studienalltag nicht

Über 13.500 verifizierte Bewertungen zeigen: Studierende schätzen Inhalte und Lehre, kämpfen aber mit Organisation, Kosten und Planbarkeit

Berlin/Wien, 11.05.2026 – Deutschlands Studierende stellen ihren Hochschulen ein überraschend gutes Zeugnis aus – trotz Teuerung, Wohnkostenkrise und wachsendem Druck im Alltag. Eine aktuelle Auswertung von studiumfinden.com auf Basis von mehr als 13.500 verifizierten Bewertungen deutscher Hochschulen zeigt: Die akademische Qualität stimmt. Das Problem liegt zunehmend außerhalb des Hörsaals.

Im Durchschnitt bewerten Studierende ihre Hochschule auf studiumfinden.com mit 3,96 von 5 Sternen. Die Weiterempfehlungsrate liegt bei rund 91 Prozent. Besonders positiv schneiden Studieninhalte, Dozent:innen und der Gesamteindruck ab.

Verbesserungspotenzial sehen Studierende vor allem bei der Organisation des Studienalltags. Auffällig ist, dass über fast alle Studienfelder hinweg Inhalte und Lehrende besser bewertet werden als Organisation und Studierbarkeit. Das macht die eigentliche Baustelle sichtbar: Nicht die akademische Substanz ist das Problem, sondern die Bedingungen, unter denen Studieren heute funktionieren soll.

Die zentrale Erkenntnis: Studierende verlieren nicht das Vertrauen in ihre Hochschulen – sie verlieren Spielraum im Alltag.

„Unsere Daten zeigen keinen Frust über das Studium an sich. Im Gegenteil: Die fachliche Qualität wird breit anerkannt. Was Studierende belastet, ist das Drumherum – Planbarkeit, Bürokratie, Wohnen, Finanzierung und der ständige Druck, Studium und Lebensunterhalt gleichzeitig stemmen zu müssen“, sagt Lukas Simbrunner, Head of Marketing bei studiumfinden.com & iamstudent.

Besonders sichtbar in den Bewertungen: Soziale Arbeit, Informatik, Psychologie, Medizin und Technik

In Deutschland gibt es besonders viele verifizierte Bewertungen zu Studiengängen wie Soziale Arbeit, Informatik, Psychologie, Medizin, Rechtswissenschaft, Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre, Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Biologie, Wirtschaftsingenieurwesen, Humanmedizin und Physik. Diese Fächer sind damit in der Auswertung besonders sichtbar – also jene Studiengänge, zu denen Studierende besonders häufig Feedback abgegeben haben.

Auffällig ist die Mischung: Neben klassischen großen Studienrichtungen wie Psychologie, Medizin, Recht und BWL sind auch soziale, digitale und technische Studiengänge stark vertreten. Das zeigt, in welchen Bereichen besonders viele studentische Erfahrungen vorliegen – und wo Fragen nach Studienqualität, Organisation, Betreuung und beruflicher Perspektive besonders greifbar werden.

Bei den stärker vertretenen und zugleich besonders gut bewerteten Studiengängen stechen unter anderem Informatik, Mathematik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftspsychologie, Psychologie, Physik, Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik und Bauingenieurwesen hervor. Die Daten zeigen damit nicht nur, welche Fächer häufig bewertet werden, sondern auch, wo Studierende ihre Studienerfahrung besonders positiv einschätzen – etwa durch klare fachliche Ausrichtung, gute Struktur oder erkennbare berufliche Perspektiven.

Gute Lehre, teures Leben

Die Bewertungslage steht in deutlichem Kontrast zur sozialen Realität vieler Studierender. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Studierende mit eigener Haushaltsführung gaben 2024 im Durchschnitt 53 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aus. 62 Prozent der Studierendenhaushalte gelten damit als durch Wohnkosten überbelastet; selbst in Wohngemeinschaften trifft das noch auf 34 Prozent zu. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung lag dieser Anteil bei 12 Prozent.( Quelle: Statistisches Bundesamt/Destatis, EU-SILC 2024: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_N045_63.html)

Hinzu kommt eine Informationslücke bei der Studienfinanzierung: Eine 2025 veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts zeigt, dass bis zu 70 Prozent der BAföG-berechtigten Studierenden keinen Antrag stellen. Der wichtigste Grund: 82 Prozent der Betroffenen unterschätzen ihre Chancen und gehen fälschlicherweise davon aus, nicht förderberechtigt zu sein.( Quelle: Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, BAföG-Studie 2025: https://www.econ.mpg.de/397023/study-on-bafoeg)

Der Befund ist bildungspolitisch brisant: Hochschulen liefern Qualität – aber der Preis des Studierens steigt. Gleichzeitig bleiben vorhandene Unterstützungsangebote offenbar zu oft ungenutzt. Die Bewertungen zeigen, wie Studierende ihre Hochschule erleben; Wohnkosten und BAföG-Nutzung zeigen, unter welchem finanziellen Druck viele von ihnen studieren.

Studentisches Konsumverhalten passt sich an: Rabatte werden fixer Teil der Budgetplanung

Die angespannte finanzielle Lage der Studierenden lässt sich auf einer weiteren Ebene belegen. Die Betreiber von studiumfinden.com verzeichnen auf ihrer Plattform für Studentenrabatte, iamstudent, eine signifikante Veränderung: Studierende sparen heute systematischer. Rabatte werden nicht mehr nur gelegentlich wahrgenommen oder für punktuelle Großanschaffungen genutzt – sie sind zu einem permanenten Begleiter im Alltag geworden. Die Suche nach Vergünstigungen findet heute ganz selbstverständlich und bei fast jedem Einkauf statt: von Lebensmitteln und Drogeriewaren bis hin zu Mobilfunk und Technik.

Lukas Simbrunner, Head of Marketing bei iamstudent/studiumfinden.com, sagt:

„Früher konnten wir unsere Nutzerschaft oft in klare Kategorien wie ‚die Tech-Fans‘ oder ‚die Fashion-Liebhaber:innen‘ unterteilen – heute verschwimmen diese Grenzen zusehends. Angesichts von Krisen und Teuerungen sind Rabatte für Studierende zu einem festen Anker im Alltag geworden. Es wird heute ganz instinktiv in allen Bereichen nach einem Rabattcode gesucht, vom Lebensmittel- oder Drogerieeinkauf bis zu neuer Bekleidung. Doch dieses breite Sparbewusstsein bedeutet keinesfalls einen Verzicht auf Qualität. Wir sehen, dass die Verteilung zwischen hochpreisigen Premium-Artikeln und günstigen Alternativen absolut stabil bleibt. Studierende nutzen die Ersparnisse in der Breite also vor allem dazu, ihr Budget clever zu managen, ohne bei wichtigen Investitionen – wie etwa dem Smartphone oder Laptop – Kompromisse machen zu müssen.“

Deutschland: Wo Studierende besonders zufrieden sind

Bei den studiumfinden Awards 2026 wurden jene Hochschulen und Studiengänge ausgezeichnet, die in den verifizierten Bewertungen von Studierenden besonders positiv abschneiden – unter anderem bei Studieninhalten, Betreuung, Organisation, Digitalisierung und Gesamtzufriedenheit.

Dafür stehen in Deutschland unter anderem die IU Internationale Hochschule, die FernUniversität in Hagen, die Universität Bayreuth, die Freie Universität Berlin, die RWTH Aachen, die Technische Universität München, die Universität zu Köln, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ruhr-Universität Bochum und die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Sie zeigen exemplarisch, wie vielfältig die ausgezeichneten Studienangebote sind – von großen Universitäten über technische Hochschulen bis hin zu flexiblen und digitalen Studienmodellen.

Eine komplette Übersicht aller ausgezeichneten Hochschulen und Studiengänge findet sich auf studiumfinden.com bzw. der dazugehörigen Presseaussendung “studiumfinden Awards 2026: Das sind die beliebtesten Hochschulen und Studiengänge im deutschsprachigen Raum”.

Methodik

Die Auswertung basiert auf mehr als 13.500 verifizierten Bewertungen deutscher Hochschulen auf studiumfinden.com aus dem Zeitraum Juli 2020 bis April 2026. Bewertet wurden unter anderem Studieninhalte, Dozent:innen, Lehrveranstaltungen, Ausstattung, Organisation, Bibliothek, digitales Lernen und Gesamteindruck.

Da die Bewertungsdaten erst ab Juli 2020 einsetzen, wird kein echter Vor-Corona-Zeitraum ausgewiesen. Analysiert wurden die Bewertungen nach Jahren, Studienfeldern, Hochschultypen, Regionen und Studiengängen. Die Daten für 2026 sind vorläufig, da das Jahr noch nicht abgeschlossen ist.

Medienservice

Auf Anfrage stellen studiumfinden.com und iamstudent zusätzliche Auswertungen, Hochschulvergleiche, Studienfeldanalysen und Infografiken zur Verfügung.

Pressekontakt:
Lukas Simbrunner
Head of Marketing & Co-Founder High Five GmbH
lukas.simbrunner@studiumfinden.com

Über die High Five GmbH

Die 2014 gegründete High Five GmbH mit Sitz in Wien ist ein auf die Zielgruppen Studierende und Young Talents spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen. Unter dem Claim „For a student life without limits“ betreibt das Unternehmen verschiedene Plattformen in den Bereichen Studienorientierung, Wohnraumvermittlung und Rabattmarketing. Zum Portfolio gehören unter anderem die Rabattportale iamstudent, schülerrabatte.com, azubirabatte.com sowie studiwohnen.com und studiumfinden.com.
Die High Five GmbH ist ein Tochterunternehmen der FUNKE-Mediengruppe (FUNKE Works GmbH). Durch die Einbindung in diesen Unternehmensverbund bestehen operative Synergien mit Plattformen wie Azubiyo, Lehrstellenportal und Absolventa. Das Tätigkeitsfeld der High Five GmbH erstreckt sich auf die gesamte DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz).

Downloads

24/7 StudienberatungWie kann ich helfen?
ori-avatar
ori-avatar
Du chattest mit ORI (Orientation & Research Intelligence), einer künstlichen Intelligenz.