Terminologe / Terminologin

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Als Terminolog*in arbeiten Fachkräfte an der systematischen Erforschung, Erstellung und Pflege von Begriffssystemen für spezialisierte Fachgebiete. Terminolog*innen sind wichtig für die technische Dokumentation, Übersetzung, Standardisierung und Wissensorganisation und unterstützen Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen im gesamten DACH-Raum.

Die Rolle gewinnt durch Digitalisierung, maschinelle Übersetzung und internationale Normen an Bedeutung. Gute Terminologiearbeit verbessert Verständlichkeit, steigert Effizienz bei Lokalisierung und reduziert rechtliche Risiken in deutschsprachigen Märkten.

Berufsbild & Aufgaben

  • Begriffserhebung und Analyse fachlicher Terminologie aus Quellen, Interviews und Korpora
  • Erstellung und Pflege von Terminologiedatenbanken, Glossaren und Thesauri
  • Qualitätssicherung für Übersetzungen und technische Dokumente durch Terminologieregeln
  • Beratung von Fachbereichen, Redaktionen und Übersetzungsteams
  • Implementierung von Terminologiestandards und Metadata für CAT-Tools und TMS
  • Schulung von Kolleg*innen in kontrollierter Sprache und korrektiver Terminologieanwendung
  • Zusammenarbeit mit Normungsorganisationen, Redaktionen, Entwickler*innen und Übersetzer*innen

Ausbildung / Studium

  • Studium: häufige Studienwege sind Übersetzungswissenschaft, Terminologie, Linguistik, Fachkommunikation, Informationswissenschaft oder Lexikographie; Masterprogramme und postgraduale Kurse stärken die Spezialisierung
  • Weiterbildung: Zertifikatskurse in Terminologiemanagement, CAT-Tools, Ontologie-Engineering oder CMS-Anbindung sind in allen drei Ländern relevant
  • Praktische Erfahrung: Praktika bei Übersetzungsbüros, technischen Redaktionen, Normungsstellen oder in der Lokalisierung sind oft Voraussetzung
  • Landesspezifika: In Deutschland und Österreich sind tarif- oder kollektivvertragsgestützte Branchen wichtig für die Beschäftigungsbedingungen; in der Schweiz zählt oft Erfahrung in mehrsprachigen Umgebungen und Kenntnisse der jeweiligen Landessprachen
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Empfohlene Studiengänge

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Karrierewege & Spezialisierungen

  • Einstiegspositionen: Terminolog*in, Terminologie-Assistent*in, Fachredakteur*in in Übersetzungs- oder Dokumentationsteams
  • Spezialisierungen: Medizinische, juristische, technische oder IT-Terminologie, Ontologie-Engineering, Controlled Language, maschinelle Übersetzung und Lokalisierung
  • Aufstieg: Terminologiemanager*in, Leiter*in Terminologie, Localization Manager*in, Projektleitung in Übersetzung und Dokumentation oder Senior Consultant
  • Alternative Wege: Selbstständige Beratung, Aufbau von Terminologie-Services, Forschung und Lehre an Hochschulen

Gehalt

  • Deutschland: Einstiegsgehälter etwa €30.000–€40.000 jährlich; mit Erfahrung und Spezialisierung €40.000–€65.000, in Führungs- oder Konzernpositionen höher
  • Österreich: Einstiegsbereich etwa €28.000–€38.000 jährlich; erfahrene Terminolog*innen €38.000–€60.000 je nach Branche und Kollektivvertrag
  • Schweiz: Einstiegsgehälter häufig CHF55.000–CHF75.000 jährlich; mit Erfahrung und Spezialisierung CHF75.000–CHF110.000 je nach Region und Branche
  • Hinweis: Gehalt hängt stark von Region, Branche, Tarifbindung, Erfahrung und Anstellungsform ab

Der Alltag als Terminologe / Terminologin

Viele Terminologe / Terminologin werden durch praktische Projektarbeit in Unternehmen oder Agenturen eingearbeitet, weshalb ein Studium für Terminologe / Terminologin oder verwandte Studiengänge plus Praktika üblich ist. Der Arbeitsalltag umfasst das Sichten von Fachtexten, Extraktion von Begriffen mit Korpus‑ und CAT‑Tools, Pflege von Datenbanken und enge Abstimmung mit Übersetzenden und Fachexpert*innen. In Foren berichten Beschäftigte von Routineaufgaben wie Termfreigaben und Datenmodellpflege, aber auch von Projektspitzen mit hohem Zeitdruck. Die Berufsaussichten Terminologe / Terminologin sind gut für Personen mit digitalen Skills und Fachdomänenwissen, das Gehalt Terminologe / Terminologin variiert je nach Region, Erfahrung und Träger und Stellen sind sowohl befristet als auch unbefristet zu finden.

Hinweis: Das Stimmungsbild wurde aus verschiedenen öffentlichen Quellen recherchiert und zusammengefasst.

Arbeitsmarkt & Berufsaussichten

  • Deutschland: Mittlere Nachfrage in Industrie, Behörden, Übersetzungsdienstleistern und Normungsinstituten; Nachfrage steigt durch Digitalisierung und Industrie 4.0
  • Österreich: Bedarf in Maschinenbau, Medizintechnik, Forschung und Verwaltung; kleinere Marktgröße führt zu spezialisierten Stellen und Kollektivverträgen in bestimmten Branchen
  • Schweiz: Höhere Nachfrage in internationalen Firmen, Pharma, Medizintechnik und Finanzsektor; mehrsprachige Anforderungen fördern spezialisierte Terminolog*innen
  • Zukunftsperspektive: Automatisierung und KI erhöhen Bedarf an sauberer Terminologie für Training von Systemen und für Qualitätskontrolle von MT

FAQ

Welche Ausbildung brauche ich, um Terminolog*in zu werden? In der Regel ein Studium in Übersetzungswissenschaft, Linguistik, Fachkommunikation oder Informationswissenschaft plus praktische Erfahrung und Weiterbildungen im Terminologiemanagement.

Gibt es feste Zertifikate oder staatliche Zulassungen? Es gibt keine allgemeine staatliche Zulassung. Relevante Zertifikate kommen von Hochschulen, Fachverbänden oder Anbietern von CAT-Tools und Terminologie-Software.

Wie sind die Berufsaussichten für Terminolog*in in den DACH-Ländern? In Deutschland und Österreich sind die Aussichten stabil bis wachsend wegen Digitalisierung. In der Schweiz sind die Chancen besonders gut bei mehrsprachigen und exportorientierten Unternehmen.

Kann man als Terminolog*in freiberuflich arbeiten? Ja. Viele arbeiten als Freiberufler*innen für Übersetzungsagenturen, Konzerne und Normungsprojekte. Angebot und Honorar variieren je nach Spezialisierung und Netzwerk.

Fazit

Terminolog*in ist ein spezialisiertes Berufsfeld mit klarem Nutzen für Übersetzung, technische Dokumentation und digitale Anwendungen. Die Arbeit verbindet sprachwissenschaftliche Fähigkeiten mit IT-Werkzeugen und domänenspezifischem Fachwissen und ist im DACH-Raum insbesondere durch mehrsprachige Anforderungen und Normen relevant.

Wer eine Karriere anstrebt, sollte ein passendes Studium mit praxisnahen Weiterbildungen kombinieren und Erfahrungen in Übersetzungsumgebungen oder technischen Redaktionen sammeln. Spezialisierung auf Branchen wie Medizin, Recht oder IT erhöht die Chancen und das Verdienstpotenzial.

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